Als ich das erste Mal in meiner Großmutterküche stand, füllte sich der Raum mit dem vertrauten Duft von geschmolzener Butter und reifen Marillen. Ich erinnere mich, wie meine Finger klebrig vom Kartoffelteig wurden und wie wir alle dicht um den Herd saßen, um die Knödel zu beobachten, bis sie an die Oberfläche stiegen. Diese Erinnerungen sind der Grund, warum ich dieses Rezept heute noch so schreibe: es ist mehr als ein Dessert, es ist ein Teil unserer Familiengeschichte.

Ich habe dieses Rezept über Jahre hinweg feinjustiert: wann die Kartoffeln genau gar sein müssen, wie viel Grieß der Teig braucht und wie man die Marillen so füllt, dass sie beim Kochen nicht auslaufen. Manche Schritte sind klein, aber sie machen den Unterschied zwischen guten und erinnerungswürdigen Knödeln. In meiner Küche ist das Rezept gleichbedeutend mit Sonntagen und Gesprächen am langen Tisch.

Die Marillenknödel erzählen außerdem eine regionale Geschichte: in Südtirol sind die süßen Aprikosen ein Sommerzeichen, und das gemeinsame Zubereiten war immer ein verbindender Moment. In diesem Text teile ich nicht nur das Vorgehen, sondern auch praktische Hinweise zur Auswahl der Früchte, zur Teigkonsistenz und zur Fehlerbehebung — so wie meine Oma es mir gezeigt hat, ergänzt um ein paar Dinge, die ich unterwegs gelernt habe.

Ich möchte, dass Sie beim Lesen das Knistern der Butter, das leichte Ziehen des Kartoffelteigs zwischen den Fingern und den prallen, sonnengelben Glanz der Marillen vor Augen haben. Folgen Sie den Schritten, nehmen Sie sich Zeit beim Formen und fühlen Sie sich eingeladen, das Rezept an Ihre Küche anzupassen.

Südtiroler Marillenknödel auf einem schönen Teller, angereichert mit Puderzucker und leckeren Aprikosenstücken.
Theresa Schulz

Südtiroler Marillenknödel

Südtiroler Marillenknödel sind ein echter Klassiker – und schmecken besonders lecker nach Omas Familienrezept!
Prep Time 1 hour
Cook Time 10 minutes
Total Time 1 hour 10 minutes
Servings: 8 people
Course: Desserts
Cuisine: Italian
Calories: 350

Ingredients
  

  • 600 g Kartoffeln
  • 2 Eigelb Eigelb
  • 3 EL Quark
  • 1 Prise Salz
  • 4-5 EL Hartweizengrieß
  • 8 Marillen/Aprikosen (nicht zu groß)
  • Zucker (pro Marille ca. 1/2 TL)
  • 50 g Butter
  • 150 g Brösel
  • 50 g Zucker
  • 1/2 TL Zimt

Method
 

  1. Kartoffeln mit Schale weichkochen. Durch ein Sieb gießen, abkühlen lassen, schälen und mit der Kartoffelpresse oder dem -stampfer zu einem Teig stampfen.
  2. Eigelbe, Quark, Salz dazugeben und nach und nach Hartweizengrieß, bis ein glatter Teig entsteht, der sich gut formen lässt.
  3. Marillen entsteinen und ca. 1/2 TL Zucker pro Marille in die Mitte anstelle des Steins geben, wieder verschließen und so viel Kartoffelteig um die Marille geben, dass sie von Teig eingeschlossen ist. Zu einer Kugel rollen.
  4. Marillenknödel in kochendem Wasser ca. 10 Minuten auf mittlerer Hitze kochen, bis sie oben schwimmen und gar sind, aber nicht zerfallen.
  5. In der Zwischenzeit Butter in einer Pfanne schmelzen, Brösel, Zucker und Zimt dazugeben und kurz erwärmen, bis buttrige Brösel entstehen.
  6. Marillenknödel vorsichtig mit einem Schaumlöffel aus dem Wasser nehmen und direkt in den Bröseln wälzen. Mit Staubzucker servieren.

Notes

Ein traditionelles Rezept aus Südtirol, ideal für Dessertliebhaber.

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